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2012
Staatliche Auszeichnung für
Vorbildliche Handwerkskunst
/Ness Boat/

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Warum Holz?

Warum sollten wir uns ein Holzboot zulegen? Warum richten wir nicht unsere Wohnräume mit Polyestermöbel ein, warum verlegen wir einen Holzboden statt Kunststoffboden ? Die Fragen sind berechtigt. Die Antwort ist aber einfach: man fühlt sich wohl in einer Umgabung die mit möglichst viel Holz gestaltet ist. Im Falle eines Bootes gibt es auch praktische Gründe die für Holz gegen Polyester sprechen, aber in unserer Freizeitgestaltung - und auch das Segeln ist so eines - wird man selten von praktischen Überlegungen geführt. Logische Gründe sind dazu da, um uns erklären zu können warum wir uns für die eine-oder andere Sache entschieden haben. Man nimmt schlicht und einfach was einem gefällt.

Trotzdem sollten einige Gründe hier stehen die die Wahl eines Holzbootes auch aus technischem Sichtpunkt bekräftigen.
-die Lebensdauer eines Holzbootes ( bei richtiger Pflege) kann das mehrfache eines Polyesterbootes werden
-betrachtet man ein gegebenes Boot, ist die Holzkonstruktion gewöhnlich leichter und steifer als dieselbe aus PE
-eine Tatsache die nicht zu vernachlässigen ist: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, ökologisch betrachtet ist es dem reinen Kunststoff vorzuziehen ( vorausgesetzt, es stammt aus legaler Ernte). Im Fertigungsverfahren verwenden wir zwar umweltschädliche Materialien (Epoxi, Lacke, usw.) aber durch die lange Lebensdauer des Endproduktes ist das meiner Meinung nach vertretbar.

Verwendungszweck

Wofür wollen wir das Boot verwenden? Selbstverständlich zum Segeln. Und darüber hinaus? Der grösste Vorteil der von mir favorisierten traditionellen Segelboote ist, dass sie vielseitig sind. Gibt es keinen Wind, oder wollen wir bloss Angeln, oder den Sonnenuntergang vom Wasserspiegel betrachten, wird das Boot nicht aufgetakelt, sonder man mimmt einfach die riemen und rudert hinaus auf Wasser. Wenn beim Segeln sich eine Flaute einstellt, können wir elegant davonrudern, befolgt von den neidischen Blicken der Mitsegler, die unter ihren traurig hängenden Segeln sitzen. Diese kleinen Boote werden in der Regel so gestaltet dass sie leicht und relativ schnell zu rudern sind. Das hat selbstverständlich seinen Preis, je besser sie ruderbar sind, umso mehr verlieren sie aus dem Anfangsstabilität unter Segel - scmäleres Unterwasserschiff. Iain Oughtred hat unter seinen Designs traditionelle Dinghis, bzw. Segeldinghis, die für das eine-oder andere Zweck mehr optimiert sind. Grundsätslich können sie aber beides. Diese Boote sind keine Rennboote, man darf nicht die Leistung eines Finns, usw.von ihnen erwarten, obwohl sie doch überraschend flink sind. Dafür segeln sie ruhig, sicher, trocken, und Tourensegler wissen diese Eigenschaften durchaus zu schätzen. Für fast alle Modelle gibt es wahlweise balanced lug, bzw. gunter sloop besegelung. Balanced lug ist einfach zu handhaben, ermöglicht entspanntes solo-Segeln. Gunter sloop ist etwas komplizierter, macht ein interesantes Segeln möglich, gibt der Mannschaft auch zu tun. Wenn man betrachtet dass im Freizeitsegeln letztendlich die reine Zeit die man am Wasser verbringen kann ( und nicht etwa sportliche Leistung ) am wichtigsten ist, dann sind wir eindeutig besser bedient mit einem traditionellen Holzboot, als mit einer hi-tech Rennmaschine.

Grösse des Bootes

Studien Zeigen eindeutig, dass die meisten Menschen ein weit grösseres boot besitzen, als sie tatsächlich brauchen würden. Das ist unter Anderen ein Grund dafür dass so viele Boote verwahrlost im Hafen liegen und nur selten hinausgefahren werden. Ein leichtes kleines Boot nimmt man viel einfacher übers Wochenende mit auf neue Gewässer, man lagert und erhält sie weit billiger als grössere Exemplare. Die kleinsten transportiert man auf dem Autodach, und lagert in der Garage oder im Garten . Für 2 Personen bieten sie ausreichend Platz für Tagestörns, mehr braucht man gar nicht.

Modelle mit Heckspiegel:

2,40- 2,80m : 2 Kinder,od. 1 Erwachsener-1 Kind ( 2,80 etwas eng für 2 Erwachsene, aber geht )

2,80- 3,10 : 2 Erwachsene unter Segel, bis zu 4 bei Rudern. Das ist etwa die Grenze des Transports am Autodach. ( modelle Auk, Sea-Hen, Puffin )

Zwischen 3,50 und 5 m gibt es 7 Modelle von Iain Oughtred. Sie brauchen bereits einen Anhänger, ihr Gewicht liegt bei 65-135 kg, tragen 3-6 Personen.

Double enders:

Ohne Zweifel die interessantesten Boote, sie entstammen den norwegischen Faerings, bzw. den Shetland Fischerbooten. Ausgesprochen seetüchtige Boote, gekennzeichnet durch wunderschöne grazile Linien.
Zwischen 4,53 und 5,95 m hat Iain Oughtred mehrere Modelle.

Lebensdauer, Pflege

Selbs bei minimaler Pflege liegt die Lebensdauer eines Holzbootes bei etwa 30 Jahren. Bei vorsichtiger Pflege können sie unsere begleiter für ein Seglerleben werden. Viele haben Bedenken was Holzboote betrifft, mit der Begründung, dass sie ständig mühevoll und aufwendig gepflegt werden müssen. Das stimmt heutzutage nicht mehr so. Dank den neuen Beschichtungsmaterialien, wie 2K PU Lacke, ist die pflege eines Holzbootes wesentlich einfacher, man muss nur aufpassen, dass Verletzungen die durch Die Lackierung bis zum Holz dringen sofort ausgebessert werden. Grunsätzlich sollten sie vor UV Strahlung geschützt sein ( unter Persenning lagern ) denn der grösste Feind eines Klarlacks ist immer noch UV Licht. Auf dieser weise könen viele Jahre vergehen, bis eine Neulackierung notwendig wird.

Preise

Der Preis eines Holzbootes hängt von den verwendeten Materialien, von der Ausführung, Ausrüstung ab. Der Endfinish beeinflusst den Preis erheblich. Ein Boot kann als ein Arbeitsboot einfach lackiert oder gestrichen werden, es kann aber auch ein 8-12 schichten hochglanzlackierung erhalten. Wie sonst, auch hier ist ein Vernünftiger Mass an Aufwand zu erzielen. Je rauer wird das Boot später behandelt ( oft transportiert, auf Kies- Sandstränden herumgezogen ) umso weniger ist eine empfindliche Hochglanzbeschichtung die vernünftige Wahl.
Den Grössten Teil des Preises machen die Arbeitsstunden aus, das heisst am Material zu sparen lohnt sich nicht, hier ist das beste eben gut genug ( nicht das teuerste ist immer das beste)
Tatsache ist, dass der Preis eines Holzbootes gewöhnlich höher als eines aus PE ist, aber das rechtfertigt sich duch die längere Lebensdauer und die Wertbeständigkeit. Ausser dem bekommt man mit einem Holzboot ein massgeschneidertes Kunststück, das man ein Leben lang lieben kann.

Iain Oughtred

Er ist ein in Schottland lebender Australier. Nachdem ich die Kataloga vieler Bootdesigner durchkämmt habe, bin ich draufgekommen: er ist die beste Wahl. Viele denken ähnlich über ihn, denn er geniesst mittlerweile ein Kultstatus unter Bootbauer. Seine Pläne sind sehr ausgereift, Esthätik und Funktionalität sind für ihn gleichwertig. Er feilt lange an seinen Plänen, baut seine Boote selbst, und verfeinert seine Pläne im laufe der Jahre immer wieder. Als ehemaliger professioneller Regattasegler weiss er ganz genau was ein Boot können muss, und er entwirft seine Boote so, dass jedes ein wirklich interessantes Segelerlebnis bietet. Unter den etwa 40 Modellen die er bietet findet jedermann garantiert etwas für seinen Geschmack.

Umweltschutz

Segeln, und Bootsport überhaupt sind aktivitäten die in der freier Natur ausgeübt werden. Deshalb ist uns Bootfahrern überaus wichtig dass diese letzten Refugien der halbwegs intakter Natur in unseren Breiten möglichst lange erhalten werden. Ich lege besonderen Wert darauf, dass die von mir gebauten Boote möglicht umweltschonend hergestellt werden, was nicht immer einfach ist. Das erfordert manchmal auch Kompromisse. Ich strebe die verwendung heimischer Hölzer an ( wo es nur möglich ist), bzw. Kunden denen Umweltschutz ein besonderer Anliegen ist können alternative Bootsbeschichtungen bekommen. (zB. Le Tonkinois) Auch sonst werden bestimmte Bootsteile nur geölt- gewachst.